Neue Über-Kopf-Kabelführung von igus verbessert das Laden von e-Lkw und e-Pkw
April 29, 2026
e-tract DC horizontal: Mehr Komfort für Fahrer, weniger Rangierunfälle und maximaler Diebstahlschutz

Köln, 29. April 2026 – Die Anzahl der e-Lkw steigt, und mit ihr ein Problem in Logistikzentren, Umschlaghöfen und Bus-Depots: Die schweren Ladekabel lassen sich von Fahrern oft nur mühsam bewegen. Befinden sie sich im Bodenbereich, besteht zudem die Gefahr von Rangierunfällen sowie Diebstahl. igus verlagert die Leitungsführung daher in die Luft: Das neue e-tract DC horizontal ist ein elektrisches Über-Kopf-Kabelführungssystem für e-Lkw, e-Reisebusse und e-Linienbusse, das Arbeitsplätze für Fahrer ergonomischer macht, das Risiko von Schäden und Stillständen an der Lade-Infrastruktur senkt und für Diebe nur schwer zu erreichen ist. In der AC-Variante soll das System zukünftig auch für Elektro-Pkw zum Beispiel in Tiefgaragen zum Einsatz kommen.
e-tract DC horizontal besteht aus einer Führungsrinne, die sich oberhalb des Fahrerhauses montieren lässt, als Stand-Alone-Einheit oder montiert auf Traversen oder Hallenstrukturen. Die Stromleitung liegt in der Rinne in einer Schlaufenform. Das eine Ende ist für die Stromeinspeisung fixiert, das Ladekabel wird sicher auf einem Förderband bewegt. Aktiviert der Fahrer das System, bewegt das Band die Leitung nach vorne, sodass sich der Ladestecker langsam absenkt und mit dem Fahrzeug verbinden lässt. „Das System ist ausfallsicherer als Bodenlösungen“, sagt Christoph Koch, Produktmanager e-ketten bei igus. „Die Leitungen laufen nicht länger Gefahr, durch Schleifen über den Boden zu verschleißen und auszufallen. Zudem besteht kein Risiko mehr, dass Fahrzeuge über die Leitung fahren oder mit der Ladesäule kollidieren.“
Automatisiertes Ladesystem entlastet Lkw-Fahrer
Leitungen für das sogenannte Megawatt-Charging (MCS) mit Gleichstrom sind dicker und schwerer als herkömmliche Kabel für e-Pkw. Sie sind für hohe Leistungen ausgelegt, benötigen dicke Kupferleiter und starke Isolierungen, sodass sie bis zu vier Kilogramm pro Meter wiegen. Für Fahrer kann es anstrengend werden, diese schweren Leitungen zu bewegen. Ein Herausziehen aus einer Ladesäule ist mühsam und kann schlimmstenfalls zu körperlicher Überlastung führen. Und gerade Lkw-Fahrer beschreiben oft hohe Alltagsbelastungen, die Studien zufolge zu überdurchschnittlich hohen Ausfallzeiten führen. „Dank der automatisierten Absenkung lassen sich die schweren Ladekabel nun ohne Kraftaufwand mit dem Fahrzeug verbinden“, erklärt Christoph Koch. „Das macht das Laden ergonomischer und attraktiver.“
Kompakte AC-Version für e-Pkw
Auch die Zahl der zugelassenen Elektroautos steigt weltweit. Die Ladeinfrastruktur muss entsprechend folgen. Doch oft ist der Platz für Ladesäulen am Boden oder Wallboxes begrenzt, etwa in Parkhäusern. igus bringt daher das Ladesystem e-tract horizontal auch in einer AC-Version für Wechselstrom auf den Markt. Die Führungsrinnen, die deutlich schmaler sind als in der DC-Version, lassen sich direkt über den Parkplätzen montieren. Die Leitungen, die ebenfalls dünner sind, können per Knopfdruck automatisch Richtung Boden gefahren werden, sodass Fahrer sie bequem mit dem Fahrzeug koppeln können.
Über-Kopf-Kabelführungssystem schützt vor Diebstahl
Befinden sich Ladestationen auf dem Boden, steigt das Risiko von Diebstählen. Hier warnt EnBW, einer der größten Schnellladebetreiber Deutschlands, vor einer Zunahme an Dieben, die es auf das Kupfer in den Ladekabeln abgesehen haben. Das Unternehmen verzeichnete 2025 einen Ladekabelklau im Bereich von 15 bis 20 Kabeln pro Tag. Die Gesamtkosten pro Vorfall beliefen sich auf etwa 5.000 bis 8.000 Euro. „Da unsere Über-Kopf-Kabelführungssysteme die Leitungen außerhalb der Betriebszeiten einziehen, wird es für Diebe deutlich schwerer, sie zu erreichen“, so Christoph Koch. Davon profitieren könnten besonders öffentliche Ladehöfe, Raststätten, die Hafenlogistik und Tiefgaragen.
