Ohne PTFE und Bisphenole: Neues Gleitlagermaterial für den Lebensmittelkontakt

August 3, 2026

iglidur A181PF von igus: Verzicht auf umstrittene Chemikalien bietet Konstrukteuren langfristige regulatorische Sicherheit bei gleicher Performance

Das neue Gleitlagermaterial iglidur A181PF von igus kommt ohne PTFE und Bisphenole aus und eignet sich für den Einsatz in Lebensmittelmaschinen, in denen hohe Hygieneanforderungen gelten. (Quelle: igus SE & Co. KG)

Köln, 3. August 2026 – Viele Konstrukteure stehen bei der Beschaffung von Gleitlagern für Lebensmittelmaschinen unter Druck, da sie zunehmend auch regulatorische Anforderungen berücksichtigen müssen. Während für PTFE mögliche Beschränkungen diskutiert werden, verschärfen neue Vorgaben bereits heute die Anforderungen an bisphenolhaltige Lebensmittelkontaktmaterialien. Um Konstrukteuren langfristige regulatorische Sicherheit zu bieten, bringt igus jetzt das neue Gleitlagermaterial iglidur A181PF auf den Markt, das auf diese umstrittenen Chemikalien verzichtet.

Gleitlager sind ein unverzichtbarer Bestandteil von Lebensmittelmaschinen. Sie arbeiten in Schwenkarmen, Führungen, Klappen und Rollen. Die Beschaffung gestaltet sich für Konstrukteure allerdings zunehmend komplexer. Denn sie müssen nicht mehr nur hygienische und funktionale Aspekte berücksichtigen. In den Fokus rücken auch umstrittene Chemikalien, deren Einsatz künftig strengeren Vorgaben unterliegen könnte. Ein Beispiel ist Polytetrafluorethylen (PTFE), eine Chemikalie, die zur sogenannten PFAS-Gruppe zählt. Einige PFAS stehen im Verdacht, belastend für Mensch und Natur zu sein. Deshalb bearbeitet die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) derzeit einen von mehreren Mitgliedstaaten eingereichten Beschränkungsvorschlag. Für zusätzlichen Druck sorgt die EU-Verordnung 2024/3190, die den Einsatz von Bisphenolen in Lebensmittelkontaktmaterialien künftig untersagt. „Wir haben deshalb das neue Gleitlager A181PF für Lebensmittelmaschinen entwickelt, das ohne PTFE und Bisphenole auskommt“, sagt Dr. Magnus Orth, Leiter des igus Materialzentrums.

Materialforscher von igus finden Alternative zu PTFE

PTFE erfüllt bei igus in Gleitlagern seit jeher eine wichtige Funktion, wenn es um geringe Reibwerte und gute Trockenlaufeigenschaften geht. Entsprechend komplex war die Suche nach einer Alternative. „Ein Gleitlager zu entwickeln, das ohne PTFE auskommt, bedeutete, die tribologischen Eigenschaften komplett neu auszurichten“, erklärt Dr. Magnus Orth. Kompliziert sei die Aufgabe auch deshalb gewesen, weil bei Anwendungen im Lebensmittelkontakt weitere Anforderungen hinzukommen: etwa eine hohe Reinigungs- und Medienbeständigkeit sowie stabile mechanische Eigenschaften. „Wir haben viele Materialkombinationen getestet, bis wir eine Lösung gefunden haben. Der neue Werkstoff basiert auf einer Kombination alternativer Festschmierstoffe und einer optimierten Polymermatrix, die gemeinsam ein robustes, lebensmitteltaugliches Gesamtprofil ergeben.“ Das Gleitlager ist resistent gegen Stöße, Schläge und Kantenpressungen, arbeitet zuverlässig bei Temperaturen von -50 °C bis +90 °C und erreicht je nach Anwendungsparametern eine mit dem PTFE-haltigen Standardwerkstoff iglidur A181 vergleichbare oder sogar bessere Laufleistung. Im hauseigenen Testlabor ließ igus das PTFE-freie Lager mit 0,3 m/s und einer Belastung von 1 MPa auf einer Stahlwelle rotieren. Der Verschleiß betrug lediglich 0,57 µm/km. Für das menschliche Auge ist diese Verschleißtiefe nicht sichtbar. Sie entspricht weniger als einem Hundertstel der Dicke eines menschlichen Haares.

Hygienischer Trockenlauf und hohe Beständigkeit gegenüber Reinigungsmedien

Die alternativen Festschmierstoffe sind fein verteilt in den Hochleistungskunststoff iglidur A181PF integriert. Sie ermöglichen einen reibungsarmen Trockenlauf ohne externe Schmiermittel. Somit eignen sich Gleitlager aus dem neuen Werkstoff für den Einsatz im hygienekritischen Lebensmittelbereich, wo Schmierstoffe ein Kontaminationsrisiko darstellen. Die Lager erfüllen die Anforderungen der EU-Verordnung 10/2011 sowie der FDA für Lebensmittelkontakt. Darüber hinaus ist der Werkstoff frei von Bisphenol-A, Bisphenol-Derivaten und deren Salzen und erfüllt damit auch die Anforderungen der EU-Verordnung 2024/3190 zu BPA in Lebensmittelkontaktmaterialien. Dadurch eignet sich das Material insbesondere für Anwendungen, in denen Lebensmittel unmittelbar mit Maschinenkomponenten in Berührung kommen können. Es hat zudem eine sehr hohe Beständigkeit gegenüber Reinigungschemikalien und eine geringe Feuchtigkeitsaufnahme, sodass es mit kleinem Lagerspiel verbaut werden kann. Dr. Magnus Orth: „Kunden können sicher sein, dass der Werkstoff den strengen Anforderungen im Lebensmittelbereich gerecht wird und damit zusätzliche Planungssicherheit für künftige regulatorische Entwicklungen bietet.“

Mehr Informationen zu den PTFE-freien Produkten von igus finden Sie hier:
https://www.igus.de/unternehmen/unsere-produkte/ptfe-frei

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