Sommerurlaub: Wenn Leitungen über Pünktlichkeit entscheiden
Juli 17, 2026
Ausfallsicherheit am Flughafen: REEL GmbH optimiert automatisierte Fluggastbrücke mit e-ketten von igus

Köln, 17. Juli 2026 – Die Bahn hat Verspätung, die Tickets sind auf dem Küchentisch liegengeblieben, das Kind hat den Teddy vergessen: Gründe, zu spät ins Flugzeug zu kommen, gibt es viele. Weniger bekannt sind Ursachen, die hinter den Kulissen des Flughafenbetriebs liegen: etwa automatisierte Fluggastbrücken, die Passagiere vom Terminal ins Flugzeug bringen. Hier müssen viele Leitungen komplexen 3D-Bewegungen beim Andocken ans Flugzeug folgen. Kommt es zu einem Leitungsdefekt, kann das den Boardingprozess verzögern. Um dieses Risiko zu minimieren, setzt die deutsche Firma REEL auf Energieketten von igus.
Die automatisierte Fluggastbrücke von REEL muss sich über mehrere Ebenen bewegen: Sie fährt wie ein Teleskop ein und aus, schwenkt, hebt sich an und senkt sich ab, um verschiedene Flugzeugtypen zu erreichen. Das bedeutet einen Stresstest für die vielen Leitungen, die im Inneren der Brücke verlaufen und beispielsweise Sensoren mit Energie und Daten versorgen. Würden sie in der Konstruktion frei liegen, könnten sie an Metallkanten scheuern, zwischen Bauteilen eingeklemmt werden oder durch Dauerbiegung Schaden nehmen. „Flughäfen erwarten maximale Verfügbarkeit. Die Leitungsführung ist daher einer der kritischen Punkte der Konstruktion“, sagt Sven Helbig, Konstrukteur bei REEL. „Wir haben uns daher entschieden, die Leitungen in Energieketten der Serie E4.42 von igus zu führen.“
Leitungsschutz bei komplexen 3D-Bewegungen
Die Konstrukteure haben die Energiekette stehend in einem metallischen, eingehausten Führungskanal montiert. Er verhindert ein seitliches Auswandern der Energiekette und schützt sie gleichzeitig vor Schmutz, Eis und Fremdkörpern. Beim teleskopischen Ein- und Ausfahren über drei Teleskopauszüge mit einem Verfahrweg von insgesamt 17,35 m bewegt sich ein Teil der e-kette mit dem beweglichen Brückensegment, während der andere am festen Segment befestigt bleibt. In einer weiteren Energiekette der Serie E4.21, die horizontal zwischen Ober- und Untertrum der stehenden e-kette verfährt, sind Energie- und Datenleitungen für den mittleren Teleskopauszug untergebracht. Am Ende des Führungskanals haben die Konstrukteure schließlich einige Leitungen in eine zweite, dreidimensional bewegliche Energiekette der Serie triflex für die Höhenverstellung überführt. „Durch dieses geschickte Zusammenspiel der Energieketten bleiben die Leitungen über den gesamten Bewegungsablauf kontrolliert geführt und vor mechanischen Belastungen wie Scheuern, Einklemmen und übermäßiger Biegung geschützt. Das reduziert das Risiko von Leitungsdefekten und erhöht die Betriebssicherheit der Fluggastbrücke“, weiß Markus Marienfeld, technischer Verkaufsberater bei igus, der das Projekt mitbetreut.
Resistent im rauen Flughafenbetrieb
Nicht nur der Bewegungsablauf war für die Konstrukteure von REEL bei der Entwicklung der Leitungsführung ein Thema. Herausfordernd war auch die Tatsache, dass Fluggastbrücken ganzjährig im Freien wechselnden Umweltbedingungen ausgesetzt sind: Hitze, Frost, Regen und UV-Strahlung. Hinzu kommen aggressive Chemikalien wie Reinigungsmittel, Enteisungsflüssigkeiten sowie Kerosin. „Diese Belastungen können Leitungen und Führungen vorzeitig altern lassen, Kunststoffe verspröden oder aufquellen und so die Funktionssicherheit der Anlage negativ beeinflussen“, sagt Sven Helbig. „Die Energieketten von igus bestehen aus Hochleistungskunststoffen, die für den dauerhaften Einsatz unter diesen anspruchsvollen Umgebungsbedingungen ausgelegt sind. Das trägt zu einer hohen Anlagenverfügbarkeit und langen Wartungsintervallen bei.“
Zuverlässigkeit durch abgestimmte Systemtechnik
Die Konstrukteure standen nicht zuletzt vor der Aufgabe, passende Energie- und Datenleitungen zu finden, die den Bewegungen, langen Verfahrwegen und harten Umgebungsbedingungen im Flughafenbetrieb standhalten. „Hätten wir Energieketten und Leitungen verschiedener Hersteller kombiniert, wäre eine aufwendige Abstimmung nötig gewesen“, so Sven Helbig. „Entsprechend froh waren wir, dass igus mittlerweile über 1.350 Leitungstypen aus dem chainflex Sortiment anbietet, die speziell für den Einsatz in Energieketten entwickelt sind.“ Die Leitungen und Energieketten sind hinsichtlich Biegeradius, Dynamik und Lebensdauer optimal aufeinander abgestimmt und als Gesamtsystem für dauerhaft zuverlässigen Betrieb ausgelegt. Für zusätzliche Sicherheit vergibt der Kunststoffspezialist auf seine Produkte mit einer igus Lebensdauerberechnung eine Garantie von bis zu vier Jahren. „So leisten Energieketten und Leitungen im Verborgenen einen wichtigen Beitrag dazu, dass unsere Fluggastbrücke zuverlässig funktioniert und der Sommerurlaub nicht schon am Gate mit einer Verzögerung beginnt“, erklärt Sven Helbig.
